Mastercard-Aktie so gefragt wie lange nicht – Was steckt dahinter?

Mastercard-Aktie so gefragt wie lange nicht – Was steckt dahinter?

Die Aktie des Kreditkartenanbieters Mastercard konnte in den letzten Monaten trotz der Corona-Pandemie und des dadurch ausgelösten Abschwungs der Weltwirtschaft einen deutlichen Kursgewinn erzielen. Derzeit (Stand. 19. Juni 2020) liegt der Aktienkurs bei 275,55 Euro, Mitte März waren es noch deutlich unter 200 Euro. Wieso die Mastercard-Aktie seit Monaten so gefragt ist, zeigt ein Blick in die Fortune 500, in denen Mastercard aktuell auf dem 191 Platz liegt.

Es geht damit neben dem Kreditkartenanbieter Visa zu den 500 umsatzstärksten Konzernen der U.S.A. In der Kategorie der Gewinnmarge befinden sich Mastercard und Visa sogar unter den Spitzenplatzierungen, was sie besonders attraktiv für Anleger auf dem Finanzmarkt macht. Die Marge der beiden Unternehmen liegt bei jeweils etwa 50 Prozent und ist damit fast 25-mal höher als beim umsatzstärksten US-Konzern Walmart, der nur eine Umsatzrendite von 2,8 Prozent erzielt.

Geringe Personaldecke erhöht Profi von Mastercard

Als Hauptgrund für diese hohe Profitabilität, die Mastercard zu einem „Unicorn“ auf den globalen Aktienmärkten macht, nennt das Magazin Fortune die geringe Personaldecke, die die daraus resultierende geringen Lohnkosten. Global beschäftigt Mastercard laut Forbes 18.600 Mitarbeiter, bei dem ähnlich profitablen Unternehmen Visa sind es 19.500. Die Zahlungsdienstleister American Express und Paypal kommen hingegen auf 64.500 beziehungsweise 23.200 Angestellte und erzielen somit eine deutlich niedrige Umsatzrendite als Mastercard, die sich auch in ihrer Beliebtheit bei Investoren widerspiegelt.

Jochen Siegert von Payment & Banking erklärt, dass „Mastercard und Visa mit einer schlanken Kostenstruktur arbeiten, weil sie keinen Kundenservice brauchen, sondern nur den Kontakt zu den Banken und Händlern halten müssen.“ Als Bereitsteller der Zahlungsinfrastruktur für Banken und Händler können sie somit ihre Dienstleistung mit vergleichsweise wenig Personal anbieten und an jeder Transaktion prozentual mitverdienen.

Corona-Pandemie sorgt für Umsatzplus

Neben der allgemeinen Entwicklung, die von Bargeldzahlungen zu mehr Kartenzahlungen geht, profitiert Mastercard außerdem davon, dass der neue Coronavirus SARS-Cov-2 laut einer Studie der Strategieberatung Oliver Wyman „eine Entwicklung, die mehrere Jahre dauern sollte, nun auf wenige Monate kondensiert.“ Dies sorgt neben der Stellung von Mastercard als Infrastrukturunternehmen in einem hochprofitablen Geschäftsfeld dafür, dass die Aktie auch in wirtschaftlichen schwierigen Zeiten ihren Kurs steigern konnte.

Mastercard Casinos werden beliebter

Ein weiterer nicht zu unterschätzender Faktor ist die Glücksspielbranche, die wie onlinecasinosdeutschland.com berichtet verstärkt auf Kreditkartenzahlungen setzt. Allein in Deutschland werden in diesem Bereich jährlich etwa 14 Milliarden Euro umgesetzt, ein Großteil davon über Kredit von Mastercard, die somit auch vom hohen Wachstum der Branche profitieren.

Besonders die einfache Zahlungsabwicklung und die hohe Akzeptanz von Mastercard Kreditkarten sorgen laut einer Umfrage unter Spielern dafür, dass sich der Zahlungsdienstleister vor allem online gegen seine zahlreichen Konkurrenten behaupten kann und stets an Marktanteilen gewinnt. Branchenexperten prognostizieren daher, dass die hohe Beliebtheit von Mastercard Casinos in Zukunft noch weiter steigen wird. Dafür spricht in Deutschland auch der Mitte 2021 in Kraft tretende neue Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV), der laut Prognosen dem ohnehin schon großem Glücksspielmarkt ein weiteres Umsatzplus bescheren wird, an dem auch Mastercard mitverdient.