Bonitätsprüfung

Bonitätsprüfung

Fast ausnahmslos wird bei einer Fremdfinanzierung wie der Kreditaufnahme, Ratenzahlung oder dem Leasing eine Bonitätsprüfung durch den Kreditgeber vorgenommen. Mit ihr steht und fällt die Antragsbewilligung. Nachstehend bieten wir Ihnen Informationen rund um die Bonität.

Inhaltsverzeichnis

Alles zum Thema Bonitätsprüfung

Durch eine Bonitätsprüfung erhält die Bank, Sparkasse, der Leasinggeber oder Händler Auskunft über die Kreditwürdigkeit eines potentiellen Vertragspartners. Bei der Schufa oder einer anderen Wirtschaftsauskunftei gelangt der Kreditgeber an Informationen über die Zahlungshistorie des Kunden sowie positive und negative Einträge. Überprüft werden weiterhin Name, Anschrift, Alter und Geschlecht. Die Bonitätsprüfung ist immer erforderlich, wenn ein Kunde ein kreditorisches Risiko eingeht. Sie wird vor dem Vertragsabschluss vorgenommen. Man kann sie als eine Art Versicherung seitens des Vertragspartners bezeichnen.

Durchführung einer Bonitätsprüfung

Grundsätzlich wird sie von dem Unternehmen durchgeführt, das Interesse an einem Vertragsabschluss zeigt. Wer längere Zeit mit einem bestimmten Kreditinstitut zusammenarbeitet, ist teilweise im Vorteil, da diesem oftmals bereits interne Daten über die finanzielle Situation des Kunden vorliegen. Eine Bonitätsprüfung darf nur vorgenommen werden, wenn eine Einwilligung des Verbrauchers vorliegt oder ein berechtigtes Interesse besteht. Trägt der Vertragspartner das wirtschaftliche und kreditorische Risiko, ist dies gegeben. Die Voraussetzung ist beispielsweise erfüllt, wenn der Abschluss eines Handyvertrages, ein Kauf auf Rechnung oder eine Kreditvergabe gewünscht wird.

Wie lange dauert eine Prüfung?

Jeder Verbraucher ist gemäß Artikel 15 DSGVO (Datenschutzgrundverordnung der EU) zur Einholung einer kostenlosen Selbstauskunft berechtigt. Bei der Schufa oder Infoscore beträgt der Zeitraum bis zur Erteilung bis zu vier Wochen. Ein bis zwei Wochen sind es bei Crif Bürgel und Boniversum. Deutlich schneller geht es bei einer kostenpflichtigen Bonitätsprüfung, sie dauert in der Regel ein bis drei Tage. Unternehmen erhalten auf elektronischem Weg von einer Wirtschaftsauskunftei meist in wenigen Sekunden eine Antwort. Eher selten benötigt sie bis zu einem Tag.

Wie berechnet sich der Bonitätsscore?

Bei der Bonitätsprüfung wird ein Scorewert ermittelt. Welcher für eine Finanzierung ausreicht, lässt sich generell nicht beurteilen. Jede Auskunftsstelle nutzt unterschiedliche Skalen und ermittelt dadurch ihre individuellen Zahlen. Zur Präzisierung von einer Ausfallwahrscheinlichkeit enthält die Score-Tabelle meist auch Risikoquoten und Ratingstufen. In Abhängigkeit vom Geldinstitut und der Kredithöhe wird für jeden einzelnen Fall entschieden, ob der Bonitätsscore ausreicht oder nicht. Liegen Negativmerkmale oder zu wenig Daten bei der Auskunftei vor, wird das Ergebnis der Prüfung eher negativ beurteilt. Viele Banken wägen trotzdem das Risiko ab. Erfolgt eine Zustimmung zum Vertragsschluss, ist jedoch damit zu rechnen, dass hohe Zinsen erhoben werden. Dadurch versuchen Kreditinstitute die Gefahr eines eventuellen Zahlungsausfalles auszugleichen. Eine schlechte Bonität kann somit zu deutlich ungünstigeren Bedingungen oder zur Ablehnung eines Finanzierungsantrages beitragen.

Bonitätsprüfung bei Unternehmen

Je nach Größe des Unternehmens gibt es unterschiedliche Arten der Bonitätsprüfung:

  • Für kleine oder mittelständische Betriebe wird in der Regel – ebenso wie im privaten Bereich – die Bonitätsprüfung von einer Wirtschaftsauskunftei vorgenommen. Geht es um größere Unternehmen, insbesondere börsennotierte, ziehen Kreditinstitute meist unabhängige Ratingagenturen hinzu.
  • Bei Unternehmen kann eine Bonitätsprüfung zum Beispiel die Firmenhistorie, Muttergesellschaft und Beteiligungen sowie Insolvenz- und Inkassoinformationen beinhalten.
  • Die Einreichung einer Bilanz oder Betriebswirtschaftlichen Auswertung wird gleichfalls von einem Kreditinstitut verlangt.

Finanzierungen ohne Bonitätsprüfung?

Wer seine Finanzsituation einem Dritten nicht bekanntgeben möchte oder über negative Eintragungen in einer Wirtschaftsauskunftei verfügt, kann auch ohne Bonitätsprüfung eine Finanzierung erhalten. Dies ist nur über ausländische Banken möglich. Deutsche Geldgeber sind gesetzlich verpflichtet, vor Abschluss eines Verbraucherkredites eine Prüfung der Verbraucheridentität vorzunehmen. Da die Geldinstitute ein höheres Risiko eingehen, ist bei einem Kredit ohne Schufa, auch Schweizer Kredit genannt, oftmals die Darlehenshöhe eingeschränkt. Um über eine größere Sicherheit bei einem Zahlungsausfall zu verfügen, werden in der Regel deutlich höhere Zinsen erhoben. Teilweise erreichen sie das Dreifache des üblichen Zinssatzes. Es gibt einige unseriöse Anbieter, deshalb ist hier Vorsicht angesagt.