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Mietkaution

Mietkaution

Bei Abschluss eines Mietvertrages wird fast immer eine Mietkaution vom Vermieter verlangt. Dieser muss jedoch einige Bestimmungen einhalten. Nachstehend informieren wir sie rund um das Thema sowie Möglichkeiten zur Finanzierung.

Inhaltsverzeichnis

Was versteht man unter Mietkaution?

Wer eine Wohnung, ein Haus oder Gewerberäume mietet, erhält das jeweilige Objekt zur längerfristigen Nutzung. Der Mieter zahlt an den Vermieter dafür – in der Regel monatlich – einen vereinbarten Geldbetrag. Darüber hinaus verlangt letzterer meist eine Mietkaution. Sie dient zum einen als Sicherheitsleistung bei Schäden an der Mietsache, zum anderen als finanzielle Absicherung bei Zahlungsausfällen. Generell gibt es im Mietrecht keinerlei gesetzliche Vorgaben, dass eine Mietkaution gezahlt werden muss. Jedoch hat diese sich in Deutschland seit Jahrzehnten eingebürgert. So findet man heute kaum noch einen Vermieter, der nicht darauf besteht.

Wie hoch ist die Mietkaution?

Die Höhe der Kaution ist im Mietrecht des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) geregelt. Sie darf drei Nettokaltmieten nicht überschreiten. Wird vom Vermieter eine höhere Summe verlangt, ist der Mieter nicht dazu verpflichtet, diese zu zahlen. Sollte er aus Unwissenheit eine höhere Summe übermittelt haben, besteht eine Übersicherung. In diesem Fall kann der zu viel gezahlte Betrag zurückgefordert werden. Selbst wenn das Mietobjekt zu einem Warmpreis gemietet wurde, darf ausschließlich die Nettomiete zur Berechnung zugrundegelegt werden. Sie stellt die Bemessungsgrundlage dar und sollte deshalb im Mietvertrag ausgewiesen sein.

Zahlungsarten für die Mietkaution

Die Mehrzahl der Mieter zahlt die Kaution mit Bargeld. Laut § 551 Abs. 3 BGB ist der Vermieter in der Pflicht, diese anzulegen. Das heißt:

  • Er muss den Betrag strikt von seinem übrigen Vermögen auf einem extra Konto oder Sparbuch insolvenzsicher anlegen.
  • Die Kaution muss zum üblichen Zinssatz für Spareinlagen bei einem Kreditinstitut mit dreimonatiger Kündigungsfrist liegen.

Außerdem hat der Vermieter die Möglichkeit, die Kaution als Spareinlage auf den Namen des Mieters bei gleichzeitiger Verpfändung an sich selbst zu hinterlegen. Die Entscheidung darüber kann er selbstständig treffen. Zu beachten ist, dass durch die Bank ein Sperrvermerk erfolgte sollte, damit der Vermieter sich nicht selbst einfach bedienen kann.

Verschiedene Modelle zur Mietkautionszahlung

  • Treuhandkonto – Obwohl in Deutschland die Mietkaution meist bar auf die Hand gezahlt wird, gibt es noch weitere Möglichkeiten. Dazu gehört das Treuhandkonto, das ebenfalls unter den Überbegriff Barkaution fällt. Der Vermieter richtet es auf den Namen des Mieters ein. Dort verbleibt das Geld bis zur Beendigung des Mietverhältnisses.
  • Bausparvertrag – Dieser kann gleichfalls als Mietsicherheit eingesetzt werden. Hier ist es für den Mieter wichtig, auf Sonderkonditionen der Bank zu achten. Es sollte jederzeit die Möglichkeit bestehen, in einem Schadensfall Geld ausbezahlt zu bekommen.
  • Mietkautionsdepot – Besteht Einverständnis seitens beider Parteien, kann auch ein Mietkautionsdepot infrage kommen. Es hat den Vorteil gegenüber Aktien- oder Mischfondsanlagen, dass es nicht so starken Kursschwankungen unterliegt. Hinzu kommen allerdings Gebühren und Steuern.
  • Tagesanleihe – Sie wird vom Mieter gekauft, und zwar in Form eines Schuldbuchkontos. Danach wird es an den Vermieter kostenfrei verpfändet.

Mini- oder Kleinkredit für die Mietkautionsfinanzierung

Bei der Erhebung von drei Mieten kann ein relativ hoher Betrag zustandekommen, der nicht immer auf dem Konto oder als Bargeld vorhanden ist. Die ideale Finanzierungsmöglichkeit stellt in einem solchen Fall ein Mini- oder Kleinkredit dar. Ersterer wird bis zu einer Höhe von 1.000 oder 1.500 Euro, letzterer bis zu 3.000 Euro gewährt. Beide richten sich insbesondere an Interessenten, die das Geld für kleinere Investitionen benötigen. Zu den Besonderheiten des Minikredites zählt die unkomplizierte Antragstellung. So ist beispielsweise die Vorlage eines Gehaltsnachweises in der Regel nicht erforderlich. Er wird meist sehr schnell als Sofortkredit gewährt. Der Kleinkredit bietet viel Spielraum bei der Laufzeit. Häufig werden 24 Monate vereinbart. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, die Ratenzahlungen auf einen Zeitraum von bis zu 84 Monaten zu strecken, was für eine geringe monatliche Belastung sorgt.