Niedrige Zinsen befeuern den Aufschwung der Bausparkassen

Niedrige Zinsen befeuern den Aufschwung der Bausparkassen

Laut Statistischen Bundesamt steigen die Immobilienpreise immer weiter. Gegenüber den Zahlen von 2018 sind die Preise für Immobilien Ende 2019 um durchschnittlich 4,9 Prozent teurer geworden. In den Großstädten betrug die Teuerungsrate für Wohnungen sogar neun Prozent. Ein- und Zweifamilienhäuser sind 7,5 Prozent teurer geworden.

Diese Zahlen schrecken ab und lassen bei vielen Menschen den Wunsch nach einem Eigenheim oder einer Eigentumswohnung aufkommen. Zudem gibt es seit der lockeren Geldpolitik der EZB keine Zinsen mehr auf dem Sparbuch. Das veranlasst viele Menschen in Immobilien zu investieren. Für den Traum vom Eigenheim entscheiden sich viele, trotz der horrenden Immobilienpreise, zu einem Bausparvertrag. Ein Anreiz sind die niedrigen Zinsen. Für alle anderen, die eine Geldanlage suchen, ist ein Bausparvertrag eine sichere Angelegenheit. Die Mehrheit der Deutschen setzt auf die klassischen Geldanlagen. Das Risiko von Aktien oder Wertpapieren wagen nur wenige.

Die Nachfrage nach Bausparverträgen wächst

Der Kauf einer Immobilie ist derzeit lohnender als die Miete, angesichts der ständig steigenden Mieten. Diese Entwicklung treibt das Geschäft der Bausparkassen in die Höhe. Nicht nur die öffentlich-rechtlichen Landesbausparkassen, sondern auch die privaten Bausparkassen rechnen in diesem Jahr mit einem deutlichen Plus im Baufinanzierungsgeschäft. Zudem wächst diese Branche, da sich die Menschen auf lange Zeit den günstigen Zinssatz sichern wollen.

Die Landesbausparkassen rechnen mit einem Zuwachs von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch Bernd Hertweck, der Chef des Verbandes der Privaten Bausparkassen, erwartet ebenfalls das gleiche Plus bei den Instituten. Aufgrund der niedrigen Zinsen bieten die Bausparkassen heutzutage Bauspardarlehen ab gut einem Prozent an. Als weiteres Zugpferd gibt es bei den Bausparkassen Sofortkredite, die eine Zinssicherheit bis zu 30 Jahren sichern. Für Kredite unter 50.000 Euro verlangen Bausparkassen keine Zinsaufschläge, was bei den meisten Banken der Fall ist.

Vermehrter Immobilienkauf auf dem Land

Trotz einem günstigen Bausparvertrag ist der Kauf einer Immobilie in den Großstädten für die meisten Menschen nicht mehr erschwinglich. In den Randgebieten von Städten und auf dem Land ist der Traum vom Eigenheim, egal ob neu oder gebraucht, noch meist realisierbar. Bausparverträge liegen also nach wie vor im Trend. Der Immobilienboom ist voraussichtlich noch ungebrochen. Weit mehr als 30 Milliarden Euro Baugeld wurden im vergangenen Jahr an die Inhaber von Bausparverträgen ausgezahlt.