Kosten für Privatdetektiv oft steuerlich absetzbar

Kosten für Privatdetektiv oft steuerlich absetzbar

Kosten für Dienstleistungen eines Privatdetektivs können sowohl von Unternehmen als auch Privatleuten häufig steuerlich geltend gemacht werden. Unser Artikel zeigt einige Beispiele.


Laut dem Bundesverband Deutscher Detektive (BDD) hat der Einsatz von Privatdetektiven in den letzten Jahren stark zugenommen. In vielen Fällen lassen sich die dadurch entstandenen Kosten sowohl von Privatpersonen als auch Unternehmen steuerlich geltend machen. Aufgrund der bundeseinheitlichen Steuergesetze ist es dabei irrelevant, ob eine Detektei in Berlin, Hamburg oder München oder ein selbstständiger Privatdetektiv im Sauerland beauftragt wird.

Steuerliche Aspekte von Detektiven bei Unternehmen

Unternehmen können den Einsatz eines Privatdetektivs in den meisten Fällen als Betriebsausgabe steuerlich geltend machen. Zu den häufigsten gewerbliche Einsatzgebieten von Detektiven gehören die Überwachung von Mitarbeitern, die eine Krankschreibung eingereicht haben, bei denen aber der Verdacht besteht, dass sie bloß „Krankfeiern“ sowie der Schutz des Unternehmens vor Schäden. Dazu gehören beispielsweise Ermittlungsmaßnahmen eines Privatdetektivs, um eventuell Spionage durch die Konkurrenz oder den Verkauf von Geschäftsgeheimnissen durch Mitarbeiter aufzudecken.

Wichtig ist dabei vor allem, dass die entstandenen Kosten des Detektivs in einem vernünftigen Verhältnis zur möglicherweise durch ihn aufgedeckten Schadenssumme stehen.

Steuerliche Aspekte von Detektiven für Privatpersonen

Im privaten Bereich lassen sich Überwachungs- und Beschattungsdienstleistungen eines Detektivs deutlich schwerer steuerlich geltend machen. In einigen Ausnahmefällen akzeptieren Finanzämter es aber, dass auch privat angefallene Kosten für eine Detektei von der Steuer abgesetzt werden.

Detektiv bei Verdacht des Fremdgehens

Im Scheidungsfall lassen sich Anwalts- und Unterhaltskosten häufig durch den Einsatz eines Detektivs verringern, wenn dieser als unabhängiger Zeuge vor Gericht das Fremdgehen bestätigt. Auch die Finanzämter sehen in diesem Fall den Einsatz eines Privatdetektivs als gerechtfertigt an und erlauben es daher die angefallenen Kosten in der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastung abzusetzen. Dazu ist neben der Rechnung des Detektivs allerdings auch ein Nachweis nötig, dass die Scheidung aus dem Grund erfolgt, die der Detektiv ermittelt hat. Sollten sich die Ehepartner, nachdem Einsatz eines Detektivs hingegen wieder versöhnen, können die entstandenen Kosten nicht als außergewöhnlichen Belastung geltend gemacht werden.

Detektiv bei Verdacht auf widerrechtlichen Unterhalt

Ähnlich verhält es sich auch beim Einsatz eines Detektivs aufgrund des Verdachts auf unberechtigt bezogene Unterhaltszahlungen. Sollte ein Detektiv belegen können, dass ein Empfänger von Unterhalt inzwischen mit einem neuen Partner zusammenlebt oder aus einem anderen Grund keinen Unterhaltsanspruch mehr besitzt, können bei den Ermittlungen entstandenen Kosten ebenfalls in der Regel genutzt werden, um die Steuerlast aufgrund der außergewöhnlichen Belastung zu reduzieren. Außerdem können die unberechtigten Unterhaltszahlungen vom Empfänger zurückgefordert werden.

Ermittlungen im Erbfall

Eine weitere Situation, in der Privatpersonen die Arbeit eines Detektivs von der Steuer absetzen können, sind Erbfälle. Spezialisierte Wirtschaftsdetektive können hier beauftragt werden, um unklare Vermögensverhältnisse der Verstorbenen aufzudecken und möglicherweise nicht bekannte Versicherung und Investitionen ausfindig zu machen. Außerdem ist die Beauftragung eines Detektivs auch steuerlich absetzbar, wenn dieser nötig ist, um „verschwundene“ Erben ausfindig zu machen.