Festgeld, kurz- bis mittelfristige Geldanlage

Festgeld, kurz- bis mittelfristige Geldanlage

Beim Festgeld handelt es sich um eine kurzfristige bis mittelfristige Geldanlage bei einem Kreditinstitut. Die Laufzeit oder Kündigungsfrist beträgt mindestens einen Monat. Statt Festgeld werden im normalen Sprachgebrauch oftmals Termindepositen, Termineinlagen oder Termingeld verwendet, Banker sagen zum Festgeld befristete Einlagen.

Inhaltsverzeichnis

Festgeld – Definition

Definiert ist Festgeld als eine Form der Termineinlage. Dabei stellt der Kunde dem Kreditinstitut für einen vertraglich vereinbarten Zeitraum zu festgelegten Bedingungen eine Einlage zu Verfügung. Festgelder gehören neben Sichteinlagen und Spareinlagen zu den drei Formen der Bankguthaben. Der Unterschied dazwischen besteht in der Laufzeit oder der Kündigungsfrist.

  • Sichteinlagen sind unbeschränkt verfügbar und täglich fällig. Sie dürfen neben der Geldanlage als Einziges für Zahlungszwecke verwendet werden. Bei normaler Zinsstruktur weisen Sichteinlagen das niedrigste Zinsniveau auf.
  • Befristete Einlagen haben eine Laufzeit oder Kündigungsfrist von mindestens einem Monat. Es kann eine Laufzeit oder Kündigungsfrist beliebig lange vereinbart werden, sofern es sich ausdrücklich um eine befristete Einlage handelt. Die Zinsen für diese Termingelder bewegen sich für gewöhnlich im Mittelfeld.
  • Spareinlagen müssen mindestens drei Monate Laufzeit oder Kündigungsfrist aufweisen, sie erzielen dabei die höchsten Zinsen.

Welchen Zweck erfüllt Festgeld?

Während der vereinbarten Laufzeit oder Kündigungsfrist haben Sie keine Möglichkeit, auf das festgelegte Geld zuzugreifen. Es ist damit eine eindeutige Geldanlage. Erteilen Sie vor Ablauf der vereinbarten Frist keine neuen Order, verlängert sich der Vertrag in der Regel um die ursprünglich vereinbarte Laufzeit. Die bis zu diesem Zeitpunkt gutgeschriebenen Zinsen werden nicht ausgezahlt, sondern bei der Neuanlage mit verzinst, womit Sie zwangsweise in den Genuss des Zinseszinseffekts kommen. Obwohl aufgrund der automatischen Vertragsverlängerung oftmals der Eindruck entsteht, dass es sich bei Festgeld um eine mittel- oder langfristige Geldanlage handelt, eignet sie sich nicht dafür. Festgeld soll lediglich den Zeitraum überbrücken, bis das Geld wieder benötigt wird.

Welche Laufzeit ist sinnvoll?

Festgeld hat für gewöhnlich eine Laufzeit zwischen 30 Tagen und zehn Jahren. Als langfristige Geldanlage ist es ungeeignet. Bei der Entscheidung über die Anlagedauer müssen Sie einen Kompromiss zwischen Flexibilität und Rentabilität finden. Sehr kurze Laufzeiten sind normalerweise genauso unrentabel wie extrem lange Anlagezeiten. Da der Zins für die vereinbarte Laufzeit festgeschrieben ist, lassen sich Änderungen im Zinsniveau sowohl im positiven als auch im negativen Sinn nicht anpassen. Ein vorzeitiges Kündigungsrecht haben Sie gemäß Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) § 314 nur in einer Ausnahmesituation, wie zum Beispiel bei drohender Insolvenz Ihrer Bank, oder wenn die Weiterführung des Kontos nicht zumutbar ist. Schlimmsten falls „frisst“ eine vorzeitige Kündigung die gesamten bis dahin gutgeschriebenen Zinsen auf.

Was ist der Unterschied zwischen Festgeld und Kündigungsgeld?

Der Begriff Kündigungsgeld beinhaltet ein Unterscheidungsmerkmal für die beiden Festgeldarten. Die Zinsgutschrift erfolgt sowohl beim Festgeld als auch beim Kündigungsgeld am Fälligkeitstag der Geldanlage. Bei den meisten Kreditinstituten können Sie erst ab einem Mindestbetrag von 5.000 Euro Ihr Kapital als Festgeld anlegen.

Festgeld mit einer festen Laufzeit

Wenn Sie bei Ihrem Kreditinstitut Festgeld anlegen, vereinbaren Sie mit der Bank eine feste Laufzeit. Durch diese Vereinbarung wird an einem bestimmten Zeitpunkt die Geldanlage fällig. Entweder prolongieren Sie zum Fälligkeitszeitpunkt die Laufzeit, also verlängern sie, oder Sie führen das Festgeld als Sichteinlage weiter. Im Rahmen einer Prolongation gilt in der Regel der aktuelle Marktzins, der für die Zeitspanne der Verlängerung unverändert bleibt. Kündigen Sie das Festgeld vor Laufzeitende, müssen Sie Zinsverluste in Kauf nehmen. Die Laufzeit beginnt mit der Wertstellung an dem Tag, an dem das Guthaben dem Konto gutgeschrieben wird.

Vom Kündigungsgeld zum Festgeld

Legen Sie Ihr Kapital als Kündigungsgeld an, vereinbaren Sie mit der Bank eine bestimmte Kündigungsfrist. Möchten Sie über Ihr Geld wieder verfügen, müssen Sie erste kündigen und dann den Ablauf der Kündigungsfrist abwarten. Die Einlage ist bis zur Kündigung unbefristet und aus diesem Grund in der Regel variabel verzinst.