Bausparen, der Klassiker unter den Immobilienfinanzierungen

Bausparen, der Klassiker unter den Immobilienfinanzierungen

Die meisten Menschen gehen davon aus, dass Bausparen eine Erfindung des 20. Jahrhunderts ist, einige würden in Zusammenhang mit Friedrich Wilhelm Raiffeisen Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts vermuten. Kaum jemand käme auf die Idee, die Wurzeln für dieses erfolgreiche Sparmodell im 3. Jahrhundert vor Christus in China zu suchen. Die erste deutsche Bausparkasse, die Bausparkasse für Jedermann, gründete Pastor von Bodelschwingh 1885 in Bielefeld. Durchsetzen konnte sich das System allerdings erst nach dem Ersten Weltkrieg, in der Zeit von 1921 bis 1929, aufgrund des hohen Finanzmittelbedarfs für Wohnungsbau. Noch heute gehört Bausparen nicht nur zu den bekanntesten, sondern auch zu den wichtigsten Sparplänen in Zusammenhang mit einer Immobilienfinanzierung.

Inhaltsverzeichnis

Bausparen – Definition

Definiert wird Bausparen als steuerbegünstigtes Gemeinschaftssparen bei einer Bausparkasse mit dem Zweck, die Gewährung eines zinsgünstigen Darlehens zu erreichen. Das gewährte Darlehen dient dem Bau, dem Kauf oder einer Renovierung/Sanierung eines Eigenheims oder einer Eigentumswohnung beziehungsweise zur Ablösung einer Hypothek oder anderen dafür eingegangenen Verpflichtungen. Grundsätzlich besteht Bausparen aus drei Phasen, der

  • Ansparphase (Startphase), der
  • Zuteilungsphase und der
  • Darlehensphase.

Während der Ansparphase zahlen Sie mithilfe eines Sparplans einen definierten Prozentsatz der geplanten Darlehenssumme bis zum Erreichen das Mindestguthaben ein. Ihre Zahlungen gehen an diejenigen, die bereits ihr Soll erfüllt und damit den Anspruch auf das Darlehen erreicht haben. Ihnen nachfolgende Bausparer finanzieren nach demselben Prinzip die Hypotheken ihrer Vorgänger, also auch Ihre.

Was passiert beim Bausparen in der Ansparphase?

Grundsätzlich gilt, dass die Regelspardauer je nach gewähltem Tarif zwischen sechs und zehn Jahren dauert, wobei die Liquidität des Immobilienkäufers die Laufzeit beeinflusst. Können Sie eine Wohnungsbauprämie beanspruchen oder besparen Sie den Vertrag im Rahmen der vermögenswirksamen Leistungen, dauert Ihre Ansparphase sieben Jahre. Dabei zahlen Sie sechs Jahre in den Bausparvertrag ein, im letzten Jahr ruht er. Erwerben, bauen oder renovieren Sie in dieser Zeit eine Immobilie, besteht die Möglichkeit für eine Zwischenfinanzierung bis zur Zuteilung in Höhe der Bausparsumme. Für die Zwischenfinanzierung haben Sie die Wahl zwischen Hausbank und Bausparkasse.

Welche Kriterien sind in der Zuteilungsphase relevant?

Damit Sie das Bauspardarlehen erhalten, müssen zwei Kriterien erfüllt sein, das Erreichen des

  • Anspargrads des Guthabens und die zugehörige
  • Bewertungsziffer

Dabei basiert die Bewertungsziffer auf der Berechnung einer bei jedem Anbieter nach eigener Gewichtung bewerteten Ansparphase, Bausparsumme und Höhe der Sparrate. In Abhängigkeit vom Vertrag können Sie die Zuteilung durch Sonderzahlungen beschleunigen. Probleme treten auf, wenn zwischen der Bankfinanzierung und der Zuteilung des Bauspardarlehens Lücken entstehen. In diesem Fall löst die Bausparkasse in der Regel das Bankdarlehen ab und überbrückt den offenen Zeitraum.

Die Darlehensphase, eine tarifbedingte Rückzahlung

Haben Sie den Zuteilungszeitpunkt Ihres Bausparvertrags erreicht, beginnt die Zeit der Tilgung. Anders als bei einer Bankfinanzierung, bei der Sie im Rahmen eines Hypothekendarlehens die Tilgungsrate frei wählen können, ist beim Bausparen durch den Tarif die Höhe des monatlichen Rückzahlungsbetrags vorgegeben. Normalerweise liegt er bei sechs Promille pro Monat, die Laufzeit beträgt zwischen neun und 15 Jahren. Da die Laufzeit deutlich kürzer ist als bei einer normalen Baufinanzierung, sind die monatlichen Raten höher, da ansonsten die Tilgungsleistung nicht erbracht wird.

Was sind die Vorteile des Bausparens und wo liegen die Nachteile?

Bausparen soll mithilfe eines Umlageverfahrens die Möglichkeit schaffen, für den Immobilienerwerb günstige Darlehen zu erhalten. Obwohl die Tilgungsraten höher sind als bei einer normalen Hypothekenfinanzierung, lohnt sich das Bausparen aufgrund der niedrigen Zinsen, insbesondere in Hochzinsphasen. Zu Problemen kommt es, wenn die Nachfrage nach Bauspardarlehen aufgrund hoher Zinsen größer wird als der Zufluss der Mittel. Die Folge wären teure Zwischenfinanzierungen. In Niedrigzinsphasen hingegen verliert das Bausparen in der Regel seinen Reiz.

Wie unterscheiden sich die Tarife beim Bausparen?

Beim Bausparen stehen Ihnen drei Tarifarten zur Auswahl, nach

  • Ansparvolumen, nach
  • Zinssatz für Guthaben während der Ansparphase und nach
  • Zinssatz für das Darlehen nach der Zuteilung.

Die Bausparsumme besteht aus dem Eigenkapital und dem Darlehensanspruch. Um einen Bausparvertrag zuteilungsreifen zu bekommen, müssen Sie zwischen 40 und 60 Prozent der Bausparsumme mit Ihrem Sparplan erreichen. Für die monatliche Ansparrate bedeutet das, je nach Tarif, zwischen drei und zehn Promille der Bausparsumme.