Heute Donnerstag, 22nd Oktober 2020
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ELSTER

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Elster ist die offizielle Online-Plattform zur Steuer-Abgabe des Finanzamts. Hier sind zwar alle steuerrechtlich möglichen Optionen an einem Ort versammelt, und das auch noch kostenlos – aber eben auch ein bisschen kompliziert.

Das kann ELSTER für Ihre Steuer

ELSTER hat das gesamte mögliche Leistungsangebot, das man für das Finanzamt braucht, ob Einkommenssteuer, Lohnsteuer, Umsatz- oder Gewerbesteuer. Durch die Online-Plattform kann man seine Angaben vom Vorjahr übernehmen und seine Profilangaben, zudem kann man durch Freistellungsauftrag die Angaben einholen, die dem Finanzamt bereits vorliegen – wie Lohnsteuer oder Krankenversicherungsbeitrag. Außer bei manchen Einzelformularen zum Beispiel zur Umsatzsteuer fehlt auch eine Anzeige, mit wie viel Nach- oder Rückzahlung zu rechnen ist. In vielen komplexeren Situationen kommt es ohnehin letztlich auf die Entscheidung beim Finanzamt vor Ort an – aber eine erwartbare Vorschau wie in anderen Programmen wäre doch hilfreich.

Wie steht’s mit der Technik?

Die Online-App funktioniert auf allen moderneren Internet-Browsern – ältere Browser-Software wird teils nicht mehr unterstützt. Davon unabhängig ist es jedoch auf allen Betriebssystemen möglich. Nicht unterstützt werden (zumindest über die normale Webdarstellung hinaus) Smartphones. Der Log-In ist mit einer separaten Zertifikatsdatei plus Passwort extra sicher, und die Übertragung per HTTPS bzw. SSL erfolgt direkt zum Finanzamt. Zwischenspeicherungen sind innerhalb des Logins möglich.

Wie viel kostet die Steuersoftware?

ELSTER ist für alle Bürger kostenlos, da es vom Finanzamt bereitgestellt wird. Natürlich wird es damit letzten Endes durch unsere Steuern bezahlt – und deshalb besteht auch ein gewisses Eigeninteresse, dass nicht alle Tipps zum Steuer sparen in Anspruch genommen werden. Jeder Arbeitnehmer, der aufgrund des zu komplizierten Formulars ganz darauf verzichtet, seine freiwillige Lohnsteuererklärung abzugeben, schenkt dem Finanzamt damit durchschnittlich 900 bis 1000 Euro. Kein Wunder, dass die kostenlose Software daher eher ein bisschen komplizierter ist als nötig.

Ist ELSTER einfach zu bedienen?

Übersichtlich ist leider etwas anderes. Zwar hat sich in den letzten Jahren einiges verbessert, und eine einblendbare Navigationsleiste an der linken Seite lässt den Nutzer zu den verschiedenen Unterpunkten springen. Auch werden per „Info“-Icons Texte zur Ausfüllhilfe angeboten. Allerdings sind viele der Hilfe-Texte kaum verständlicher als das eigentliche Formular. Und oft ist nicht so wirklich klar, an welcher Stelle man was eingeben muss. Besonders, wenn es komplexer wird, muss man schon mal die Daten aus einem anderen Formular übernehmen – zum Beispiel der EÜR. Da diese nicht direkt verknüpft ist, muss man dann das Formular der Einkommenssteuer-Erklärung schließen, das EÜR-Formular öffnen, sich den Betrag notieren und dann wieder in der Einkommenssteuer eintragen.

Fazit: So angenehm wie ein Hochsicherheitstrakt

Sicherheits-Liebhaber können hier auf die volle Palette digitaler Sicherheit zurückgreifen – die Zertifikatsdatei macht es quasi unmöglich, den Account zu hacken. Und einfach bei der kostenlosen, staatlichen Variante zu bleiben, klingt auch verlockend. Aber jeder, der schonmal eine Steuererklärung im Papierformat oder auf Elster ausgefüllt hat, weiß, wie kompliziert es einem manchmal gemacht wird. Und ein aktives Hinweisen auf Steuersparmöglichkeiten fehlt hier auch – verständlicherweise. Wer die Tricks nicht schon kennt, muss sie sich woanders suchen.