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Unternehmenskredit: Infos für Selbstständige, Freiberufler und Firmen

Unternehmenskredit: Infos für Selbstständige, Freiberufler und Firmen

Die Unterschiede, ob ein Kredit an Privatpersonen oder Unternehmer bewilligt wird, sind groß. Erstere verfügen meist über ein regelmäßiges Gehalt, während Firmen keine festen Aussagen zu ihrem regelmäßigen Einkommen machen können. Wir haben uns mit dem Thema Unternehmenskredit näher beschäftigt.

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Inhaltsverzeichnis

Welche verschiedenen Unternehmenskredite gibt es?

  1. Avalkredite: Hierbei handelt es sich um Finance Modelle bezüglich Garantie- und Bürgschaftsübernahmen für Zölle und Gewährleistungen durch Kreditinstitute.
  2. Betriebsmittelkredite: Diese Finanzierungsvariante bezieht sich auf das Umlaufvermögen eines Unternehmens.
  3. Diskontkredite: Sie wurden speziell für den Ankauf von Waren konzipiert.
  4. Investitionskredite: Wie der Name schon sagt, werden sie für Investitionen im Bereich von Gegenständen als Anlagevermögen vergeben.
  5. Rembours- und Akzeptkredite: Sie sind für den Außenhandel bestimmt. Der Kreditgeber tritt in Haftung für Wechsel, wodurch die Bonität des Unternehmens verbessert wird.
  6. Roll-over-Kredite: Hierbei handelt es sich um festverzinsliche Darlehen. Je nach Marktsituation wird der Zinssatz regelmäßig neu angepasst.
  7. Warenfinanzierungen: Diese zählen zu den Barkrediten. Sie werden meist nur kurzfristig gewährt und auf Sonderkonten verbucht.

Grundsätzliches zum Unternehmenskredit

Im Allgemeinen greifen Firmen insbesondere für Investitionen und finanziell ungünstige Zeiten auf einen Unternehmenskredit zurück. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass sie strengere Kriterien erfüllen müssen als Privatpersonen. Dabei geht es vor allem um die Kreditwürdigkeit: Unternehmen verfügen über kein vorhersehbares festes Einkommen. Im Gegensatz dazu können die meisten Verbraucher durch Lohn- und Gehaltsabrechnungen ein regelmäßiges – sich nicht verminderndes, sondern höchstens erhöhendes – monatliches Gehalt nachweisen. Deshalb ist es für einen Unternehmer, der einen Betrieb leitet, vorteilhaft, wenn er sachbezogene Sicherheiten, darunter Grundstücke, Maschinen und einen Fuhrpark, vorweisen kann. Gleichfalls kann eine Bürgschaftsbank helfen, wenn die Hausbank den Unternehmenskredit nicht bewilligt.

Wofür ist ein Unternehmenskredit gedacht?

Durch die Aufnahme eines Unternehmenskredites beschafft sich eine Firma Gelder für betriebliche Zwecke. Vermehrt handelt es sich um kleine und mittelständische Unternehmen, die in ihre Weiterentwicklung investieren möchten. So wird die deutsche Fremdfinanzierung häufig für Betriebsmittel, darunter

  • die Erweiterung des Fuhrparkes,
  • den Ersatz veralteter Maschinen,
  • zusätzliche Software oder
  • neuste Technologien

verwendet. Start-up-Unternehmen benötigen in der Regel einen Unternehmenskredit, um das Geschäft zunächst einmal aufzubauen. Oftmals werden von dem geliehenen Geld Räumlichkeiten ausgestattet oder die Mitarbeiter anfangs bezahlt.

Grobe Einteilung von Unternehmenskrediten

Jeder Unternehmenskredit ist an unterschiedliche Bedingungen geknüpft. Eine davon ist, dass das zur Verfügung gestellte Geld in die Firma investiert werden muss. Welche Vertragslaufzeit für den Kreditnehmer in Frage kommt, hängt unter anderem vom Verwendungszweck ab.

Langfristige Kredite – Sie kommen insbesondere für sehr große Investitionen in Betracht. Hierbei geht es meist um hohe Summen, die naturgemäß lange Laufzeiten erfordern. Zum Beispiel setzen viele Existenzgründer auf diese Variante, da ihre Finanzlage anfangs noch nicht einschätzbar ist.

Mittelfristige Kredite – Geeignet sind sie gut für Unternehmen, die beispielsweise zusätzliche Arbeitsmittel oder eine neue Ausstattung finanzieren möchten. Es handelt sich dabei um mittelhohe Kreditbeträge, die sich in einem überschaubaren Zeitraum zurückzahlen lassen.

Kurzfristige Kredite – Unternehmen können mit diesen Krediten ihre Zahlungskräftigkeit erhalten. Das aufgenommene Kapital eignet sich unter anderem zur Überbrückung, wenn ein Kunde nicht zuverlässig zahlt. Auch im Fall einer schlechten Auftragslage über einen kurzen Zeitraum sind sie hilfreich.

Unternehmenskredit – was ist zu beachten?

Freiberufler, Selbstständige, Gewerbebetriebe, Vereine, Organisationen und Institutionen können einen KfW-Unternehmenskredit oder andere beantragen. Ein Online Vergleich verschiedener Anbieter oder eine individuelle Beratung können hilfreich sein, um die bestmöglichen Konditionen herauszufinden. Interessante Informationen finden sich außerdem in einem Finance Magazin, wie beispielsweise von der KfW. Oftmals kann man im Netz auch direkt Anfragen tätigen, wie beispielsweise für den Firmenkredit von der ING, ein Service von Lendico. Potentielle Kunden erfahren über das Internet schnell, ob eine Ab- oder Zusage im Raum steht. Meist unterzeichnet der Inhaber oder Geschäftsführer eines Unternehmens den Vertrag. Gibt es mehrere, erfolgt die Unterzeichnung in der Regel von allen. Ebenso wie bei Privatpersonen wird die Kreditwürdigkeit genauestens geprüft. Geldinstitute ziehen zur Überprüfung der Bonität häufig Auskunfteien wie CRIF BÜRGEL oder Creditreform Boniversum heran. Sie sammeln jeweils insbesondere Informationen über Firmen. Viele Kreditgeber wenden sich zusätzlich an die Schufa. Dort erhalten Sie Auskünfte über den oder die unterzeichnenden Geschäftsführer und Einzelunternehmer. Befinden sich in der Auskunftei oder der Schufa bereits negative Eintragungen, ist es für Firmen äußerst schwer, einen Unternehmenskredit zu erhalten. Dies gilt auch für Geschäftsgründer, die noch keine Ertragszahlen der letzten Jahre aufweisen können.