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Zittau: Zittaus Krokusselwiese ist gerettet – Sächsische.de

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01.10.2021 17:00 Uhr
Kinder und Erwachsene haben am Freitag 14.800 Frühblüher am Ring gepflanzt – mehr als doppelt so viel wie erhofft. Weil die Zittauer Tausende Euros spendeten.
Eigentlich sollte es den gesamten Tag dauern. Aber bereits heute Mittag waren sämtliche Krokuszwiebeln in die Erde gebracht. Oliver Kurzweg ist schwer beeindruckt von der Leistung der Schüler der Parkschule. Immerhin mussten sie 14.800 Löcher in die Krokuswiese unter der Platane am Grünen Ring in Zittau bohren. Das sind mehr als doppelt so viele Frühblüher wie ursprünglich gedacht, sagt er.
Oliver Kurzweg beendet kürzlich bei der Städtischen Dienstleistungsgesellschaft (SDG) Zittau seine Ausbildung zum Gärtner und engagierte sich für das Projekt Krokuswiese. Die hat unter der Hitze und Trockenheit der vergangenen zwei Jahre sehr gelitten und brauchte dringend eine Auffrischung. Das beobachteten die SDG-Mitarbeiter schon länger und waren bereit, einen Teil der Arbeitsleistung zu übernehmen und das nötige Material zu besorgen.
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Doch es gab zwei Probleme: Zum einen musste die Aktion finanziert werden, zum anderen konnte die Stadt Zittau das für eine Neupflanzung benötigte Geld nur schwer bereitstellen. Immerhin müssten mindestens 7.000 Krokusse gesetzt werden, um ein ansprechendes Ergebnis zu erzielen, rechneten die Mitarbeiter aus. Weil sie aber von der Notwendigkeit des Projektes überzeugt waren, streckten der Betrieb und Oliver Kurzweg Geld vor und hofften, dass diese Vorab-Finanzierung durch eine Spendensammlung refinanziert werden könnte.
Oliver Kurzweg organisierte diese, machte sein Anliegen im Internet bekannt, rief etliche Firmen persönlich an und rührte auch sonst die Werbetrommel – mit Erfolg. „Keine fünf Minuten, nachdem der Artikel der Sächsischen Zeitung online erschienen war, bot eine Zittauer Baustoffhandelfirma die erste Spende an“, erzählt er. Mindestens drei weitere regionale Firmen spendeten teils erhebliche Summen. Fit aus Hirschfelde beispielsweise gab 1.000 Euro. Mit dem Geld war die Ausstattung der Schüler mit Werkzeugen und eine zusätzliche Verschönerung gesichert.

Es müssen sich aber noch viel mehr Menschen beteiligt haben, denn insgesamt gingen auf dem Konto der Stadt Zittau bis 30. September 5.370,55 Euro für die Krokuswiese ein. Über die Anzahl der Spender könnten jedoch leider keine Angaben gemacht werden, teilt Sprecher Kai Grebasch mit. Die Stadt Zittau hatte ihr Konto zur Verfügung gestellt. Die SDG stellt dafür eine gesonderte Rechnung an sie, diese werde dann mit den Spenden verrechnet, erklärt er das Prozedere. Sollten zu wenig Spenden eingegangen sein, müsste die Stadt den Rest selbst bezahlen.
Möglicherweise sind aber mehr Spenden eingegangen als notwendig. Diese Summe wollen Stadt und SDG für andere Verschönerungen im Stadtring oder in der Innenstadt verwenden. „Selbstverständlich werden die Zittauer darüber informiert“, so Kai Grebasch.
Doch die Spenden waren nur die eine Seite. Um die 7.000 Krokusse in die Erde zu bringen, das hätten die SDG-Mitarbeiter nicht geschafft. Sie brauchten also Helfer. Oliver Kurzweg bat also bei der Parkschule um Hilfe, weswegen am Freitag 40 Schüler zusammenkamen. Dazu habe die Auszubildende der SDG extra ihren Urlaub geopfert und eine befreundete Gärtnerei hätte einen weiteren Helfer geschickt, berichtet Oliver Kurzweg.

Durch den Einsatz war nicht nur die Finanzierung gesichert, sondern auch die Arbeit schneller erledigt als gedacht. Das weiß auch der SDG-Geschäftsführer Daniel Brendler zu schätzen. „Ich bin sehr stolz und glücklich über das große Engagement der Mitarbeiter, insbesondere möchte ich die Leistung von unserem ehemaligen Lehrling Oliver Kurzweg hervorheben“, sagt er.
Er verband mit der Aktion aber auch noch ein weiteres Anliegen. Er bat den Gartenbauverband Mitteldeutschland vor Ort zu sein, um die jungen Leute über Ausbildungsmöglichkeiten in den grünen Berufen zu informieren. „Auch das Handwerk suche händeringend Nachwuchs“, sagt der Gärtner. Er wünsche sich, dass auch andere seinen Traumberuf ergreifen. Vielleicht habe sich der eine oder andere bei der Aktion überzeugen lassen.

Für die frisch bepflanzte Krokuswiese hoffen die SDG-Mitarbeiter, dass die Zittauer besonders im Frühling auch beim „Foto schießen“ auf den Wegen bleiben. Wer auf eine Krokusblüte trete, der zerstöre sie und diese blühe erst wieder im nächsten Jahr, erklärt Oliver Kurzweg. Sie wäre also für die nächsten Besucher verloren. „Das wäre schade.“

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