Lohnsteuerrechner

Artikel bewerten
(0 Stimmen)

Die Lohnsteuer muss von allen Arbeitnehmern verpflichtend abgeführt werden. Diese Aufgabe übernimmt der Arbeitgeber auf Grundlage eines Lohnsteuerrechners.

Was ist eine Lohnsteuer?

Lohnsteuer ist eine alternative Bezeichnung für die Einkommenssteuer. Arbeitnehmer, die in einem nichtselbständigen Beschäftigungsverhältnis stehen, zahlen die Steuer nicht selbst. Sie wird vom Arbeitgeber abgeführt. In dieser Verfahrensweise unterscheidet sich Deutschland von anderen Ländern, in denen die Beschäftigten vom Finanzamt eine Rechnung bekommen und die Steuer innerhalb eines festgelegten Zeitraums überweisen müssen.
Der Abzug der Steuer erfolgt vom Bruttolohn. Gleichermaßen werden vom Arbeitgeber die Beiträge zur Sozialversicherung überwiesen. Den Betrag, der übrig bleibt, bekommt der Arbeitnehmer netto auf sein Konto überwiesen. Die Höhe des Lohnsteuerabzugs ist von dem Bruttolohnbetrag und von der Steuerklasse abhängig. Ein Lohnsteuerrechner übernimmt die Ermittlung der zu zahlenden Steuer, die vom Arbeitgeber direkt an das zuständige Finanzamt überwiesen wird.

Wie kann die Steuer berechnet werden?

Die Berechnung der Steuer erfolgt anhand des Steuersatzes. Dieser bemisst sich wiederum am Bruttoverdienst. Je höher der Bruttoverdienst ist, desto mehr Steuern müssen gezahlt werden. Nach einer Lohnerhöhung kann der zu zahlende Betrag für die Steuer sprunghaft ansteigen. Dies wird als Progression bezeichnet.
Geringverdiener führen eine Lohnsteuer in Höhe von 12 % ihres zu versteuernden Einkommens ab. Ab einem Verdienst von etwa 100.000 EUR im Jahr greift der Spitzensteuersatz in Höhe von 42 % des zu versteuernden Einkommens. Dazwischen steigt der Steuersatz immer dann, wenn die nächsthöhere Stufe erreicht ist. So kann es passieren, dass eine Lohnerhöhung komplett von der Steuer vereinnahmt wird. Dies ist der Fall, wenn durch das höhere zu versteuernde Einkommen der nächsthöhere Steuersatz erreicht wird. Damit steigt der Lohnsteuerabzug. Das Einkommen, das netto verbleibt, sinkt.
In der modernen Lohnbuchhaltung übernimmt ein Rechner den Steuerabzug. Vor der Digitalisierung der Lohnsteuerrechner wurde die abzuführende Steuer anhand von Lohnsteuertabellen vorgenommen. Diese existieren auch heute noch und können von jedem Steuerpflichtigen online eingesehen werden.

Welche Rolle spielt die Steuerklasse bei der Berechnung?

Die Steuerklasse dient neben dem Steuersatz und dem zu versteuernden Einkommen als wichtigste Grundlage für die Berechnung der Lohnsteuer. Es gibt sechs Steuerklassen, die sich in ihrem Steuerfreibetrag unterscheiden. Wird ein Rechner für die Ermittlung der Einkommenssteuer genutzt, sind die Freibeträge bereits eingearbeitet.
Jeder Arbeitnehmer kann einen Grundfreibetrag in Anspruch nehmen. Die Höhe wird von der Regierung festgelegt und kann online eingesehen werden. Derzeit beträgt der Grundfreibetrag etwa 9.000 EUR (Stand 2019). Beim Berechnen der Einkommenssteuer bleibt der Freibetrag unberücksichtigt.
In den Steuerklassen I und IV wird der Grundfreibetrag automatisch abgezogen. In der Steuerklasse III hat der Arbeitnehmer mehr netto, weil der Rechner einen doppelten Grundfreibetrag berücksichtigt. Dafür hat der Ehepartner in der Steuerklasse V gar keinen Freibetrag. Ebenso gibt es in der Steuerklasse VI keinen Freibetrag. In den Steuerklassen ohne Freibetrag bleibt dem Arbeitnehmer weniger netto.

Wie kann ein Lohnsteuerrechner genutzt werden?

Das Berechnen des Lohnsteuerabzugs kann einfach online durchgeführt werden. Dazu werden der Bruttolohn und die Lohnsteuerklasse eingegeben. Für das Berechnen des Nettoverdienstes sind Angaben zur Konfession und zum Krankenkassenbeitrag notwendig. Dann zeigt der Rechner eine reale Berechnung des Nettoverdienstes online an.

Mehr in dieser Kategorie: « Finanzamt

Schreibe einen Kommentar

Schreiben Sie hier Ihren Kommentar zum o. g. Artikel. Beachten Sie, dass wir unseriöse Kommentare, Beleidigungen, Werbung, etc. nicht freischalten. Das Team vom BundesFinanzPortal distanziert sich öffentlich und rechtlich von allen publizierten Pressemeldungen und Kommentaren. Es spiegelt nicht die Meinung der Redaktion.