Gut beraten? Schlecht beraten! Verbraucherzentrale warnt vor Ratgeberverein

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(BFP) Die Verbraucherzentrale Hamburg warnt davor, sich vom "Ratgeber für Finanzen e.V." beraten zu lassen. Die Mitarbeiter des Vereins hätten hochriskante Geldanlagen und Geschäfte empfohlen, bei denen ein Totalverlust für den Verbraucher drohe. Die Verbraucherzentrale hat den Ratgeberverein wegen Verstoßes gegen das Wettbewerbsrecht abgemahnt.
 
Der Verbraucherzentrale liegen Anfragen besorgter Verbraucher vor, die von "ehrenamtlichen" Mitarbeitern des Vereins angerufen werden, um ihre Lebens- und Rentenversicherungsverträge kostenlos überprüfen zu lassen. Bei den vorliegenden Beschwerden wurde den Verbrauchern empfohlen, ihre Lebensversicherungsverträge an andere Firmen zu verkaufen, beispielsweise an die TREUK AG mit Sitz in Köln und die ACTUAR AG mit Sitz in Donaueschingen. Bei der TREUK AG erfolgt die Auszahlung des Kaufpreises an den Verbraucher nicht auf einen Schlag, sondern erst nach über zehn Jahren. Die Forderung des Verbrauchers wird als Nachrangdarlehen behandelt, was im Falle der Insolvenz der Gesellschaft zur Folge hat, dass erst alle anderen Gläubiger befriedigt werden. Es bestehe daher die Gefahr des Totalverlustes für den Verbraucher. Bei der ACTUAR AG soll die Auszahlung des Kaufpreises zwar sofort erfolgen, aber der Rückkaufswert wird abzüglich einer Servicegebühr in Höhe von 2,5 Prozent und einer Vermittlerprovision in Höhe von 1,2 Prozent des Rückkaufswertes ausgezahlt. Das ist weniger, als wenn der Versicherte direkt kündigen würde und den Rückkaufswert von der Versicherung ausgezahlt bekäme.
 
"Uns liegen Beschwerden von betroffenen Verbrauchern vor, denen zum Verkauf ihrer Lebensversicherungen dann auch noch alternative Geldanlagen angeboten werden, die hochriskant sind", sagt Christian Biernoth, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Hamburg. Wer über den Ratgeberverein bereits Verträge abgeschlossen hat, solle sich dringend rechtlich beraten lassen.
 
In mindestens einem Fall wurde bei dem Anruf auch eine Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale behauptet. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Anrufe ohne vorherige Einwilligung verboten sind. "Erhalten Sie einen solchen Anruf, sollten Sie die Rufnummer des Anrufers notieren und Beschwerde bei der Bundesnetzagentur einreichen", rät Biernoth. 

Quelle: vzhh.de

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