Viele Probleme bei der Umsetzung der Inklusion sind hausgemacht – LINKE fordert mehr Geld für Bildung bei Haushaltsaufstellung

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Viele Probleme bei der Umsetzung der Inklusion sind hausgemacht – LINKE fordert mehr Geld für Bildung bei Haushaltsaufstellung Kristina Vogt - linksfraktion-bremen.de - DiG - Plus
(BFP) Mit einem Brandbrief hatten GrundschulleiterInnen aus dem Bremer Westen auf die angespannte Personalsituation der Unterstützungssysteme für inklusives Lernen aufmerksam gemacht. Die Bestandsaufnahme der Schulleitungen fiel deutlich aus: Kinder können ihr Lernpotential nicht ausschöpfen, Auffälligkeiten werden zu massiven Störungen, Lehrkräfte erkranken aufgrund struktureller Überforderung. In den zur Umsetzung der Inklusion unerlässlichen Zentren für unterstützende Pädagogik (Zup) und in den regionalen Beratungs- und Unterstützungszentren (Rebuz) sind relevante Stellen vakant. Nach aktuellem Stand ist im Bremer Westen von 11 Zup-Leitungen seit dem 1. Februar 2016 nur noch 1 besetzt. Gestern hat die Senatorin für Bildung reagiert: Die unbesetzten Stellen könnten nicht besetzt werden, weil es keine BewerberInnen gäbe. Diese würden bundesweit fehlen.  

Kristina Vogt, Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion: „Wenn Frau Bogedan die unzureichende Bewerbungslage auf den bundesweiten Bedarf schiebt, ist das nur die halbe Wahrheit: Der Bremer Senat hat in den vergangenen Jahren alles dafür getan, die Bedingungen an den Schulen unattraktiv bis kaum zumutbar zu gestalten. Die Inklusion ist in Gang gesetzt worden, ohne dass die nötigen Funktionsstellen besetzt und SonderpädagogInnen eingestellt wurden. Das hat viele Lehrkräfte, die zunächst sogar sehr enthusiastisch an die neue Aufgabe herangegangen sind, enttäuscht. Manche haben sich zurückgezogen, weil sie nicht verantworten konnten, ihre SchülerInnen unter unzureichenden Voraussetzungen zu betreuen. Die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit wurde zu groß. Auch ist fatal, dass die Koalition ausgerechnet die Lehrerfortbildung auf die lange Bank geschoben und dann auch noch die Entlastungsstunden reduziert hat. Bremen braucht LehrerInnen, die durch die erfolgte Zusatzqualifikation als SonderpädagogInnen arbeiten können. Und wenn die Entlastungsstunden drastisch gekürzt werden, sinkt die Motivation für LehrerInnen und Schulleitungen, zusätzlich zur Berufstätigkeit Ausbildungen zu organisieren. Hier wurde wider besseres Wissen und gegen alle Proteste am falschen Ende eingespart.“  

Im Sommer wird der neue Haushalt beschlossen. Die Linksfraktion erwartet, dass Bildung nach Jahren der Unterfinanzierung endlich einen größeren Stellenwert bekommt. Kristina Vogt: „Bislang war es häufig so, dass zusätzliche Aufgaben durch Umschichtungen im Ressort gegenfinanziert werden sollten. Die Folgen kennen wir: Unterrichtsausfall, Probleme bei Inklusion und Ganztagsschulbetreuung. Wir brauchen keine Reformen, die daran scheitern, dass man die Ausstattung nicht anpasst. Ich erwarte, dass die Eckwerte für Bildung deutlich angehoben werden.“

Quelle: linksfraktion-bremen.de

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